Tipps der Schulpsychologie für Lehrende

von Virtuelle Schule Tirol
09. April 2020

Krisensituation

Die Lehrenden sind in dieser Zeit besonders gefordert, weil sie ihren SchülerInnen möglichst normalen Unterricht auf neue Art und Weise bieten sollen und zugleich für viele ihrer SchülerInnen auch wichtige Bezugspersonen sind, denen sie jetzt Halt geben sollen. Zusätzlich kommt oft erschwerend dazu, dass bei vielen die eigenen Kinder im Homeschooling sind. Deshalb ist es wichtig, dass Sie für Phasen sorgen, in denen Sie zur Ruhe kommen bzw. sich wegen Ihrer Sorgen auch einmal aussprechen können. D.h. Pausen einplanen, in denen Sie weder online noch mobil erreichbar sind, mit PartnerIn oder FreundInnen reden können oder eine Hotline (Corona-Sorgen-Hotline: 0800 400 120, psychologische BÖP-Helpline: 01 5048000) kontaktieren zu können. Einige PsychotherapeutInnen bieten außerdem zurzeit psychotherapeutische Unterstützung über Video- bzw. Telefonberatung an www.psychotherapie-tirol.at.

Tagesstruktur

Auch für die Lehrenden ist es wichtig, sich an eine verlässliche Tagesstruktur zu halten. Das heißt unter anderem, dass die Aufträge an Eltern bzw. SchülerInnen sowie die Korrekturen und auch die digitale oder mobile Unterstützung zu bestimmten vereinbarten Tageszeiten erfolgen. Das ist wichtig, damit sowohl die Lehrenden selbst als auch die SchülerInnen wissen, zu welchen Zeiten sie sich im Homeschooling befinden (müssen) und wann Freizeit ist. Es wäre äußerst ungünstig, wenn Lehrpersonen und SchülerInnen sich über die Medien in ständig abrufbarem Modus befinden müssten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Koordination mit den anderen Lehrenden der Klasse sowie mit der Schulleitung.
Zu bedenken ist hier aber auch: Nicht jedes Kind hat Zugang zu Laptop und/oder WLAN bzw. da die Eltern selbst im Homeoffice sind, benötigen diese oft zu bestimmten Zeiten den Medienzugang und das Kind kann eventuell erst am Nachmittag die schulischen Aufträge erfüllen.

Klare Arbeitsaufträge

Gestalten Sie die Arbeitsaufträge für Ihre SchülerInnen möglichst klar und einfach. Vielleicht können Sie auch jemanden bitten, sich die Aufträge auf Verständlichkeit hin anzusehen: Wenn man selbst mit der Materie eng vertraut und gewohnt ist, im Unterricht zusätzlich zu erklären, dann kann es leicht passieren, dass man Unklarheiten übersieht. Die Arbeitsaufträge sollten möglichst selbsterklärend sein.

Abwesende SchülerInnen

Leider gibt es Eltern bzw. SchülerInnen, die von den Lehrenden nicht oder nur sporadisch erreicht werden können – immer wieder auch aus sprachlichen Gründen. In diesem Fall können sich die Lehrenden gerne an unsere Mobilen Interkulturellen Teams wenden oder an das mehrsprachige Beratungsangebot der Schulpsychologie.